Family Business – Zu Besuch bei OLIVA in Miami

Cain DaytonaAls eines der wenigen Unternehmen der Branche vereint OLIVA vom Tabakanbau über das Rollen der Zigarren bis hin zur Distribution alle Aspekte des Geschäfts unter einem Dach. Dabei ist der Betrieb noch ein echtes Familienunternehmen, dessen maßgeblichen Schaltstellen sämtlich mit Mitgliedern der Familie Oliva besetzt sind. In Miami laufen die Fäden der internationalen Geschäfte zusammen und genau hierhin sind wir gereist, um einen Blick hinter die Kulissen unseres Partners zu werfen.

Der Firmensitz in Miami Lake lässt auf den ersten Blick nicht vermuten, dass von hier aus jedes Jahr mehr als 13 Millionen Premiumzigarren auf den US-Markt gebracht werden. Als mich Paul Alcazar, zuständig bei OLIVA für die internationalen Märkte, in Empfang nimmt, wird dann auch sofort klar, dass der bisherigen Firmensitz eigentlich längst zu klein ist. Und so sitzt man praktisch auf gepackten Koffern um in Kürze ein deutlich geräumigeres Firmengebäude zu beziehen. Jetzt führt mich Paul jedoch erstmal, durch die aktuellen Räume. Von hier aus hat sich in den letzten Jahren ein beachtlicher Aufstieg vollzogen.
 

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Im Jahr 1994 erschien die erste Zigarre unter dem OLIVA-Label. Seitdem hat man sich vom Bundleproduzenten zu einem der meist ausgezeichneten Hersteller von Premiumzigarren in den USA entwickelt. Die Verbindung von Familie und Tabak reicht jedoch bereits zurück bis 1886 als Melanio Oliva auf Kuba mit dem Anbau von Tabakpflanzen begann. Einige Jahrzehnte später brachte die kubanische Revolution recht abrupt das Ende der erfolgreichen Plantage. Für Gilberto Oliva Sen., Vater der heutigen Führungsgeneration, bedeutete dies den Beginn einer regelrechten Odysee. Sie führte ihn ausgehend von Nicaragua über Panama, Mexiko, Honduras und die Philippinen in den 1980ern wieder zurück nach Nicaragua. Seitdem baut die Familie Oliva hier den Tabak an, welcher die Grundlage für OLIVA, NUB und CAIN bildet.
 

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Wir betreten nun das Zentrallager – Zigarrenkisten stapeln sich in langen Regalmetern. Über 1.800 Einzelhändler werden von hier aus im ganzen Land beliefert. Das Lager wird etwa alle zwei Wochen komplett umgeschlagen. Ein Frachtcontainer mit frischer Ware sichert wöchentlich den Nachschub direkt aus Nicaragua. Paul deutet stolz auf die Zigarrenkabinette, auch diese stammen aus eigener Produktion. Ware die ich in Europa wieder sehen könnte, ist hier allerdings nicht zu finden. Der europäische Markt wird über ein Zentrallager aus Holland bedient. Dieses erhält die edlen Zigarren ebenfalls ohne Umwege aus Nicaragua und liefert dann an die nationale Importeure.

Direkt an das Lager schließt sich die Zigarrenlounge des Hauses an und wir haben Glück – Carlos Oliva, der sonst die Produktion der Zigarren in Nicaragua leitet, ist gerade mit Freunden im Haus. Bei Zigarre und Rum erzählt er mir, was OLIVA in den letzten Jahren so erfolgreich gemacht hat.
 

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Zum einen sind da die immer noch kurzen Entscheidungswege. Diese sorgen nicht nur für rasche Entwicklungszyklen, sondern lassen auch der Kreativität genug Raum. Es ist also kein Zufall, dass mit der NUB eine der innovativsten Zigarren der letzten Jahre gerade hier entstanden ist. Zum anderen wird fast jeder Produktionsschritt direkt von Familienmitgliedern überwacht. Während sich Gilberto Oliva und sein Vater um den Anbau des Tabaks kümmern, sichert Carlos selbst die Qualität der produzierten Zigarren. In Miami kümmert sich derweil Jeannie Oliva um die administrative Führung, während José, der jüngste des Quartetts, das wichtige Marketing sowie den Vertrieb leitet. In Schwaben würde man so etwas wohl ein mittelständisches Familienunternehmen nennen. Und so birgt hier auch kein Managing Director oder Vorstand sondern eine ganze Familie für die Qualität der gefertigten Puros.

Meine eigene Zigarre ist mittlerweile im letzten Drittel angelangt und am späten Freitagnachmittag haben sich auch die Arbeitsplätze längst geleert. Langsam wird es Zeit aufzubrechen. Doch eine Überraschung hat Paul dann noch. Neue Tubos für NUB und CAIN wird es demnächst auch in Europa geben. Die Prototypen liegen bereits vor. Schick sehen sie aus und erleichtern bei Ringmaßen, die viele Etuis sprengen, den Transport für den Genuss am Abend erheblich. Ab Ende Oktober sollen diese auch nach Deutschland kommen.

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